Zungenreinigung: Warum sie so wichtig ist – und wie man’s richtig macht

Wer nur die Zähne putzt, reinigt nicht den ganzen Mund. Auf der Zunge sammeln sich Millionen Bakterien – regelmäßige Zungenreinigung ist daher entscheidend für frischen Atem und gesunde Zähne.
Zähneputzen gehört für die meisten Menschen zur täglichen Routine – die Zunge wird dabei jedoch oft vergessen. Dabei spielt sie eine entscheidende Rolle für die Mundgesundheit. Auf ihrer rauen Oberfläche sammeln sich Bakterien, Speisereste und abgestorbene Zellen, die nicht nur Mundgeruch verursachen, sondern auch Karies und Zahnfleischentzündungen begünstigen können. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Zungenreinigung so wichtig ist, welche Vorteile sie bietet und wie Sie Ihre Zunge richtig reinigen.
Warum ist Zungenreinigung so wichtig?
Die Zunge ist kein glattes Organ. Ihre feinen Papillen bieten ideale Haftflächen für Bakterien – insbesondere für solche, die Schwefelverbindungen produzieren. Diese sind die Hauptursache für unangenehmen Mundgeruch.
Studien zeigen:
Bis zu 70 % des Mundgeruchs entstehen auf der Zunge
Zungenbeläge können die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen
Bakterien von der Zunge können sich wieder auf die Zähne übertragen
Selbst gründliches Zähneputzen reicht daher nicht aus, wenn die Zunge unbeachtet bleibt.
Vorteile der regelmäßigen Zungenreinigung
Deutlich weniger Mundgeruch
Durch das Entfernen der geruchsbildenden Bakterien verbessert sich der Atem spürbar – oft schon nach wenigen Tagen.
Bessere Mundgesundheit insgesamt
Weniger Bakterien im Mund bedeuten ein geringeres Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis.
Unterstützung der Zahnpflege
Die Zungenreinigung ergänzt das Zähneputzen sinnvoll und verhindert, dass sich gelöste Bakterien erneut an den Zähnen ansiedeln.
Verbesserter Geschmackssinn
Dicke Beläge können die Geschmacksknospen „überdecken“. Eine saubere Zunge sorgt für intensiveres Schmecken.
Wie sieht ein normaler Zungenbelag aus?
Ein leichter, weißlicher Belag ist meist harmlos – vor allem morgens. Problematisch wird es, wenn der Belag:
sehr dick oder gelblich ist
unangenehm riecht
dauerhaft bestehen bleibt
In solchen Fällen ist regelmäßige Zungenreinigung besonders wichtig. Hält der Belag trotz guter Mundhygiene an, sollte eine zahnärztliche Abklärung erfolgen.
Zungenreinigung richtig gemacht – Schritt für Schritt
1. Das richtige Hilfsmittel wählen
Am besten eignen sich spezielle Zungenschaber oder Zungenreiniger. Alternativ kann auch eine weiche Zahnbürste verwendet werden – diese ist jedoch weniger effektiv.
2. Morgens reinigen
Die Zungenreinigung ist besonders morgens sinnvoll, da sich über Nacht viele Bakterien ansammeln.
3. Von hinten nach vorne arbeiten
Setzen Sie den Zungenschaber möglichst weit hinten an (ohne Würgereiz) und ziehen Sie ihn sanft nach vorne. Nicht drücken!
4. Mehrmals wiederholen
2–4 Züge reichen meist aus. Zwischendurch den Schaber unter fließendem Wasser reinigen.
5. Anschließend Mund ausspülen
So entfernen Sie gelöste Beläge und Bakterienreste vollständig.
Zungenschaber, Zahnbürste oder Mundspülung?
Zungenschaber: effektivste Methode
Zahnbürste: besser als nichts, aber weniger gründlich
Mundspülung: nur unterstützend, ersetzt keine mechanische Reinigung
Die Kombination aus Zungenschaber + Zähneputzen + Zahnzwischenraumreinigung ist ideal.
Wie oft sollte man die Zunge reinigen?
Für die meisten Menschen reicht einmal täglich, idealerweise morgens. Bei starkem Mundgeruch oder erhöhtem Belag kann die Reinigung auch abends sinnvoll sein – jedoch immer schonend, um die Zunge nicht zu reizen.
Fazit
Die Zungenreinigung ist ein oft unterschätzter, aber äußerst wirkungsvoller Bestandteil der täglichen Zahnpflege. Sie reduziert Mundgeruch, unterstützt die Mundgesundheit und sorgt für ein frisches Gefühl im Mund. Wer regelmäßig putzt, Zahnseide nutzt und die Zunge reinigt, schafft die besten Voraussetzungen für gesunde Zähne, gesundes Zahnfleisch und frischen Atem.
Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung – für ein rundum sauberes Lächeln.
